Ruhig bleiben, sich in Geduld übenTugenden, die der SVD im vergangenen Jahr pflegte und die er auch künftig zu seinen Stärken wird zählen müssen: „Was die Auslastungen der Bahnen angeht, sind wir nicht am Limit, wir sind drüber: Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot, das uns die von den Stadtwerken zugeteilten Zeiten lassen“, berichtete Rupprecht. Nicht zuletzt von daher hofft der SVD auf den Hallenbadneubau, aber sichtbare Fortschritte gibt es (noch) keine. Der Projektbeobachter des SVD, Stefan Hefele, hatte nichts bahnbrechend Neues zu berichten. „Der Standort ist festgelegt. Das Bad entsteht an der Stelle der heutigen Sommerstockschützenbahnen. Der Projektsteuerer ist aktiv, die Architektenausschreibungen entstehen. Es läuft. Noch eher theoretisch und im Verborgenen, aber es läuft.“ 2016 feiert Vorsitzender Rupprecht sein 20-jähriges Jubiläum als Vereinsvorsitzender. „Vielleicht erleben wir die ersten anrückenden Bagger ja noch in der laufenden Legislaturperiode“, orakelte der Langzeit-Präse gut gelaunt. Die Bagger müssen sich dennoch sputenim nächsten Jahr gibt’s Neuwahlen.

Während der Versammlung in der Sportgaststätte beim TSV 1865 Dachau in der Jahnstraße wurde während der fruchtbaren Diskussion über das Hallenbad sogar nochmals die Frage aufgeworfen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gebe, mit der Nachbargemeinde Karlsfeld ein (schon einmal angedachtes)  gemeinsames Hallenbadprojekt zu verwirklichen. Einem Antrag, diese Option erneut zu prüfen bzw. prüfen zu lassen, erteilte die Corona allerdings eine deutliche Absage. „Das würde das Projekt auf jeden Fall verzögern, wenn es nicht überhaupt schon faktisch zu spät ist“, war der mehrheitliche Tenor, den auch Stadtrat Dr. Peter Gampenrieder (Überparteiliche Bürgergemeinschaft)  vertrat. Unter dem Motto „Anpacken ist wichtiger als verzögern“ wurde der Antrag bei nur zwei befürwortenden Stimmen beinahe einstimmig abgelehnt.

Rupprecht zeigte sich froh, in seiner Rückschau aufs Jahr 2015 berichten zu können, dass sich die Erfolge der Dachauer Sportler immerhin durch die suboptimalen Trainingsbedingungen nicht beeinträchtigen ließen: „Die Erfolgsgeschichte des SVD ging auch 2015 weiter“, führte Rupprecht aus und lieferte eindrucksvolle Belege: Der SVD stellte bei der Sportlerehrung der Stadt Dachau 2015 eine riesige Delegation mit fast 30 Sportlern. Die insgesamt knapp 80 Wettkampf-Schwimmer unter den derzeit 786 SVD-Mitgliedern fuhren zwei Deutsche Meistertitel, 22 Bayerische Meistertitel und 10 Oberbayerische Meistertitel ein, die Jugend der Aquaballer setzte mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft ein weiteres Glanzlicht. Ein Ausrufezeichen bedeutete 2015 auch die Veranstaltung des 1. Freiwasserschwimmens im Karlsfelder See anlässlich des 90. Vereinsgeburtstages. Obwohl der Event bei allen hervorragend ankam, wird es bis auf weiteres wohl keine Neuauflage geben, weil sich die Wasserwacht außerstande sieht, die Sicherheit während des Wettkampfs auf dem Wasser zu gewährleisten.

Eine Fortsetzung erfuhr dagegen das erfolgreiche und positive Wirtschaften des Vereins, wie Finanzvorstand Gudrun Kölbl berichtete. Der Verein hat das Jahr 2015 erneut mit einem Plus abgeschlossender Betrag von 2.000 Euro fließt der Rücklage für die im Zuge des Hallenbadneubaus anstehenden Investitionen zu. Angesichts der wirtschaftlich hervorragenden Zahlen war es eine logische Folge, dass der Gesamtvorstand einstimmig entlastet wurde.

Ebenso einstimmig wurde anschließend der Antrag angenommen, das langjährige Mitglied Uli Schmidbauer (80) zum Ehrenmitglied zu ernennen. Rainer Rupprecht führte aus, dass „Uli nicht nur als Sportler und hier vielfacher Bayerischer Meister eine tragende Säule des Vereins war, sondern auch als Mitglied und – zwischen 1996 und 1999 – Vorstandsmitglied in der Funktion des 2. Vorsitzenden.“  Die Ehrung wurde postwendend ausgesprochenleider in Abwesenheit des Geehrten. Der hatte nämlich, so wurde dank einer SMS-Nachricht deutlich, den Braten gerochen und, bescheiden wie er ist, auf eine Stellung im Rampenlicht verzichtet. „Ich habe geahnt, dass ihr was vorhabt mit mir, aber der Rummel liegt mir nicht so. Liebe Grüße, Uli!“

Neben Schmidbauer standen weitere Mitglieder auf der Ehrungsliste. Insgesamt wurden 25 SVDler für langjährige Treue zum Verein ausgezeichnet.
10 Jahre im SVD (bronzenes Ehrenabzeichen): Melissa Bayerle, Vasilios Chasoglou, Korbinian Glas, Alexander Hefele, Hannah Hohendorf, Veronika Kölbl, Shala Peyman, Rafaela Sandeck, Daniel Schermelleh, Alina Silberbauer, Magdalena Sperl, Joy-Florentine Strojek  (13 Mitglieder).
25 Jahre (silbernes Ehrenabzeichen): Heinrich Fischer, Franziska Hartmann, Odin Jank, Ursula Jank, Gerda Kölbl, Elfriede Oswald, Manfred Paul, Malina Schmidt, Patrick Wagner (9 Mitglieder).
40 Jahre (goldene Vereinsehrennadel): Erna Dorner, Maria Herzog, Christian Stierl (3 Mitglieder).

Im neuen Jahr gab es mit dem traditionell großartig und international besetzen Masters-Cup Ende Januar ein erstes Event-Highlight. Weitere werden folgen, unter anderem die Ausrichtung der Kreismeisterschaft im Sommer. Vereinsintern gilt es 2016 das 25-jähjrige Jubiläum der Triathlon-Abteilung zu feiern. Hierzu wird nach langer Pause im Oktoberwohl am 15./16. -  erstmals wieder ein 24-Stunden-Schwimmen veranstaltet, zu dem die Vorbereitungen bereits laufen, wie Abteilungsleiter Sigi Gattinger ausführte.

Es mag ruhig sein beim SVD. Aberweil in der Ruhe ja die Kraft liegttatenlos ist man nicht.

Jürgen Winzer

 

Die Ehrungen für langjährige Vereinstreue nahmen Vorsitzender Rainer Rupprecht (2.v.l.) und Stadtrat Dr. Peter Gampenrieder (r.) vor. Ihre Ehrennadeln nahmen Malina Schmidt, Maria Herzog, Odin Jank, Magdalena Schmidt, Ursula Jank (v.l.) vor Ort entgegen.

 

Warten aufs neue Bad. Wie lange ist das altehrwürdige Hallenbad von 1972 noch Heimstatt des SVD?

 

Das neue Ehrenmitglied des SVD Uli Schmidbauer (Mitte), dem die Vorstandsmitglieder Margit Posch und David Conway die Ernennungsurkunde überreichten