26.02.2025

24. Dachauer Masters-Cup: Elf deutsche und ein Europarekord zum Start ins SVD-Jubiläumsjahr

Besser hätte der sportliche Start ins Jubiläumsjahr des 100. Bestehens für den SV Dachau nicht verlaufen können. Die 24. Ausgabe des Masters-Cups geriet zur Rekordveranstaltung: Nie gab es mehr Teilnehmer aus mehr Vereinen, nie gab es mehr Starts. Und nie eine solche Erfolgsbilanz: 51 Gold-Medaillen holte der heimische SVD – ganze 13 davon Violetta Schlesinger (AK 55) - und siegte mit neuem Rekord von 82.863 Punkten in der Gesamtwertung.

43 Wettkämpfe in knapp 16 Stunden. 266 Startende aus 60 Vereinen aus fünf Ländern. 996 Einzel- und 91 Staffelstarts. Kein Wunder, dass das Wasser im altehrwürdigen Dachauer Hallenbad regelrecht kochte. Und doch wurde es seinem Ruf als „schnelles Wasser“ einmal mehr gerecht. Es wurden elf neue deutsche Rekorde und sogar ein Europa-Rekord aufgestellt.

Diese Rekordjagd überließen die Gastgeber den Gästen. Matthias Weiss (VfL Kaufering, AK70) war für den neuen Europarekord und fünf deutsche Bestmarken zuständig, Alfred Seeger (TSV 1850 Lindau, AK85) stellte drei neue deutsche Altersklassen-bestzeiten auf. Eine geriet besonders spektakulär: Den alten Rekord über 200 Meter Schmetterling pulverisierte Seeger geradezu – um dreieinhalb Minuten! Je einmal sorgten Katja Otto (AK40, Stadtwerke München) und Bernd Niederau (SV Grün-Weiß Holzkirchen, AK60) für neue Rekorde, zudem stellten zwei Staffeln der SSG Neptun Germering (AK160+, weiblich) und der SG Stadtwerke München (AK160+) neue Rekorde auf. Sensationell auch, dass Maren Piskora erneut den Weg nach Dachau fand. Sie war mit 91 Jahren die älteste Teilnehmerin.

Einige Bestmarken knackte auch der gastgebende SVD. Die größte Vereinsarmada ever (31 Schwimmerinnen und Schwimmer) sorgte für die höchste Punktzahl, die je erschwommen wurde: 82.863 Punkte standen am Ende zu Buche und damit 16.866 Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten, der SG Stadtwerke München (65.997), die wiederum einen deutlichen Vorsprung vor dem SV Lohhof (44.991) auf Platz drei herausschwamm.

Aber es war zeitweise knapper, als es wirkt. „Noch 40 Punkte Vorsprung“, signalisierte Cheftrainer und Cheforganisator Michael Posch am Sonntagmorgen, als die Stadtwerke nach den 800 Meter Freistil buchstäblich gefährlich herangekrault waren. Am Sonntagnachmittag wurde vor allem über die Staffelwettkämpfe, seit Jahren eine Domäne des SVD, der Sack zugemacht. 31 Staffeln gingen für Dachau über die Startblöcke, 20-Mal tauchten sie als Sieger wieder auf.

Riesigen Anteil an der Medaillenflut des SVD (51 Gold-Medaillen, 21-mal Platz zwei und 18-mal Platz drei) hatte einmal mehr Violetta Schlesinger. Obwohl es ihr – knapp – nicht vergönnt war, selbst einen neuen deutschen Rekord zu schwimmen, geriet ihre Bilanz spektakulär. Bei 14 Starts (acht Einzelstarts, sechs Staffelstarts) holte sie achtmal Einzel-, und fünfmal Staffelgold. Fünfmal Einzelgold holte Alexander Nagel (AK40), je dreimal holten sich Regina Frischholz (AK60), Ina Kotheder (45) und Eric Bernecker (AK25) Gold ab. Am Ende ging fast jeder Dachauer Schwimmer mit mindestens einer Goldmedaille nach Hause.

Am Wahlwochenende war die politische Prominenz im Bad rar. Aber Günter Dietz, CSU-Stadtrat und zudem Sportreferent der Stadt Dachau sowie BLSV-Vorsitzender, ließ es sich nicht nehmen, am Samstag Siegerehrungen vorzunehmen. Dabei konnte er sich live überzeugen, welchen erstklassigen Job Michael Poschs vielköpfiges Organisationsteam sowie das Kampfgericht unter Leitung der Schiedsrichter Rainer Rupprecht und Dieter Geus (beide SVD) einmal mehr geleistet hatte. Mit den meisten der Schwimmgästen aus nah und fern dürfte es im nächsten Jahr, wenn der 25. Masters-Cup ansteht, ein Wiedersehen geben.

Im vereinsintern ausgeschwommenen „Claus-Resech-Gedächtnispokal“ gab es keine Überraschung. Bei dem Wettbewerb werden nur die drei Lieblingsstrecken des 2016 verstorbenen Mitglieds in die Wertung genommen. Und auf diesen Strecken (je 50 Meter Brust, Freistil und Schmetterling) ist seit Jahren Regina Frischholz unschlagbar, so auch dieses Mal. Mit 2.411 Punkten siegte sie vor Alexander Nagel (1.636) und Malina Schmidt (1.616).


Für den SVD im Wasser:

Franziska Faber (AK25), Regina Frischholz (AK60), Mirja Höfer (AK20), Inga Höhnel (AK20), Wilma Kaspar (AK60), Ina Kotheder (AK45), Franziska Mertl (AK30), Lisa-Marie Posch (AK25), Anja Khanh Mai Reischl (AK20), Sabrina Resech (AK25), Violetta Schlesinger (AK55), Malina Schmidt (AK35), Erina Soletti (AK60), Cara Stöteknuel (AK20), Markus Albert (AK55), Eric Bernecker (AK25), Reiner Brödenfeldt (AK65), David Conway (AK60), Andreas Czernik (AK60), Kay Grimmer (AK20), Rupert Habersetzer (AK20), Jochen Heinzinger (AK55), Sven Höfer (AK50), Jonas Knepper (AK20), Alexander Nagel (AK40), Bastian Patzer (AK50), Michael Posch (AK55), Sergius Rasumoff (AK30), Alexander Sengpiel (AK55), Bernhard Ulrich (AK60), Jens Waldow (AK50).

Alle Bilder finden Sie hier:

Jürgen Winzer

 


Sensationeller Erfolg beim 24. Dachauer Masters-Cup: Die Armada des SV Dachau schwamm zu 51 Goldmedaillen und auf Platz eins in der Gesamtwertung unter 60 Vereinen.


Violetta Schlesinger (SV Dachau) ist eine Art schwimmendes Fort Knox: Sie erkämpfte 13 Goldmedaillen.


Matthias Weiss (Kaufering, links) und Alfred Seger (Lindau) brachen reihenweise deutsche Rekorde.


The most golden Oldie: Maren Piskora (Germering) war mit 91 Jahren die älteste Teilnehmerin.

Flieg, Eric, flieg: Eric Bernecker holte drei Einzel-Goldmedaillen.
 
Triumph mit Rekordergebnis: In der Gsamtwertung siegte der SVD vor den Stadtwerken München und dem SV Lohhof
 
Regina Frischholz holte sich einmal mehr den „Claus-Resech-Gedächtnispokal“ und wurde von Clausis Tochter Sabrina ausgezeichnet